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Stadt-Land-Kunst
Am 10. Februar 2025 besuchten die Kinder der Grundschule „Jozef Vervoort“ erstmals das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst. Im Rahmen dieses ersten Museumsbesuchs hatten sie die Gelegenheit, ihre eigenen Entwürfe eines Wunschmuseums zu präsentieren und erste Erfahrungen im Museum zu sammeln.
Nach der Ankunft im Museum gab Frau Panzer eine Einführung in den Ablauf des Besuchs. Gemeinsam mit den Kindern wurden ihre Erwartungen und Wünsche gesammelt.
Anschließend folgte der thematische Einstieg zur Rolle von Künstlerinnen in der Kunstgeschichte. Die aktuelle Ausstellung präsentierte Werke von Künstlerinnen aus Dresden. Um zu verdeutlichen, dass Frauen in der Kunstgeschichte oft übersehen wurden, ließ Frau Panzer die Kinder eine Zahl wählen und schlug die entsprechende Seite in einem Kunstgeschichtsbuch auf – eine anschauliche Methode, um die geringe Präsenz von Künstlerinnen zu illustrieren.
Mit dem Museumsknigge wurden die wichtigsten Verhaltensregeln spielerisch vermittelt. Eine Farbpalette diente dabei als Symbol: Jeder Farbklecks stand für eine Regel, beispielsweise „Nicht rennen“, „keine Rucksäcke“ oder „nichts anfassen“. Anschließend begaben sich die Kinder auf eine spannende Schnitzeljagd durch die Ausstellung. Sie erhielten Fotos eines Schneemanns vor Ausschnitten der ausgestellten Werken und mussten die Originalbilder und den Schneemann finden. Diese spielerische Suchaufgabe machte die Erkundung der Ausstellung besonders interaktiv und unterhaltsam. Der Schneemann wurde zum Ausgangspunkt für eine eigene kreative Umsetzung: Jedes Kind formte seinen eigenen Schneemann aus Knete und gab ihm eine individuelle Gestalt. Im nächsten Schritt widmeten sich die Kinder der Kunstbetrachtung und Reflexion. Jedes Kind suchte in der Ausstellung ein persönliches Lieblingsbild aus, beschrieb es mithilfe eines Fragebogens und fand ein passendes Gegenstück in der Ausstellung dazu. Nach einer kurzen Erholungspause mit Äpfeln und Apfelsaft folgte eine weitere kreative Aktivität: Mail Art. Die Kinder gestalteten ihre eigenen Postkarten mit Buntstiften, Filzstiften und Wachsmalkreiden. Zum Abschluss fand eine gemeinsame Feedback-Runde statt, in der die Kinder erzählten, was ihnen besonders gefallen hat und was sie vermisst haben.
Die Mischung aus spielerischer Annäherung an Kunst, interaktiven Aufgaben und eigener kreativer Gestaltung sorgte für eine durchgehend hohe Aufmerksamkeit und Begeisterung. Besonders die Schnitzeljagd nach dem Schneemann erwies sich als Höhepunkt des Tages für die jüngeren Kinder: Die Kinder suchten mit großer Neugier nach den Bildausschnitten in der Ausstellung. Auch die Möglichkeit, selbst mit Plastilin zu arbeiten, wurde mit viel Enthusiasmus aufgenommen – es entstanden sehr originelle Schneemänner. Während der Kunstbetrachtung fiel auf, dass einige Kinder sich intensiv mit den Werken auseinandersetzten und eigene Beobachtungen formulierten, während andere noch etwas zögerlicher waren. Die Fragen im Begleitbogen halfen, das Interesse gezielt zu lenken und den Blick für Details zu schärfen. Die Postkartengestaltung zeigte wiederum, dass viele Kinder Freude daran hatten, eigene kleine Kunstwerke zu schaffen und ihre Eindrücke kreativ umzusetzen. Die Spannbreite im Alter der Kinder ist nicht immer gleichbleibend einfach zu überbrücken. Für manche Zweitklässler war Textbasiertes eine Herausforderung, manche Sechstklässler fühlten sich nicht genug angesprochen und gefordert. Der Museumsbesuch bot den Kindern eine erste spielerische und sinnliche Annäherung an Kunst und den Museumsraum. Sie lernten nicht nur grundlegende Verhaltensregeln für den Besuch eines Museums kennen, sondern erlebten Kunst
als etwas Aktives, das entdeckt, hinterfragt und selbst gestaltet werden kann. Obwohl die Eindrücke aus der Ausstellung noch nicht unmittelbar in ihre eigenen Arbeiten eingeflossen sind, war deutlich zu erkennen, dass sie sich intensiv mit den Kunstwerken auseinandersetzten. Der Wechsel zwischen Beobachten, Entdecken und Gestalten schuf eine lebendige und abwechslungsreiche Erfahrung, die den Kindern Kunst auf eine zugängliche Weise näherbrachte. Die nächste Einheit wird an diese Erfahrungen anknüpfen und das Thema Sammeln vertiefen.
Dr. Sophie Ernst
Das Projekt „Stadt Land Kunst - Kunst mit Kindern verbindet“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Kultur macht stark: Bündnisse für Bildung“ gefördert. Kooperationspartner sind das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst, Frankfurt (Oder) sowie der Kunstspeicher Friedersdorf.
Bild zur Meldung: Stadt-Land-Kunst





